Seifen und andere Kosmetikprodukte verkaufen

Seife selber machen und verkaufen

Seife selber machen – so geht’s

Cover_HauptBookDu möchtest gerne deine eigenen natürlichen Seifen herstellen?

Dann lad dir doch das Naturseife-und-Kosmetik eBook “Kreative Seifen einfach selber machen” herunter und beginne noch heute mit dem Selbermachen der ersten Seife. Im eBook über die Seifenherstellung findest du alles, was du zum Thema wissen musst (und noch vieles mehr).

Dazu erhältst du außerdem die kostenlosen Zusatz-Ratgeber der Fette und Öle, der ätherischen Öle und der Seifenrezept. Und hier geht es direkt zum eBook:

Kreative Seifen einfach selber machen

Einige von euch denken jetzt vielleicht, dass dieses Thema hier nicht so richtig rein passt. Dem ist aber nicht so, denn sehr viele Menschen, die Seife selber machen oder andere Kosmetikprodukte selbst herstellen, überlegen irgendwann, ob sie ihre Produkte nicht auch verkaufen können. Man sieht ja auch auf jedem Kunsthandwerker- und auf jedem Weihnachtsmarkt mindestens einen Stand, an dem selbst gemachte Seifen und handgemachte Bade- oder Körperpflegeprodukte angeboten werden. Schnell kommt dann die Idee auf, die eigenen Produkte ebenfalls zum Verkauf anzubieten und sich so mit dem Hobby ein wenig Geld zu verdienen.

Ein Markstand ist ja schnell aufgebaut und auch das Internet bietet heute unzählige Möglichkeiten, die eigenen Produkte zu verkaufen. Doch so leicht ist das alles letztendlich dann doch nicht. Denn auch wenn man es kaum glauben mag: Der Verkauf von Kosmetikprodukten ist an zahlreiche Bestimmungen und Regelungen geknüpft, die man natürlich kennen und einhalten sollte.

Wer sich also ernsthaft mit dem Thema „Seife und Kosmetik verkaufen“ auseinandersetzt, sollte sich die nächsten Punkte aufmerksam durchlesen und diese – wenn dann noch gewünscht – unbedingt abarbeiten:

Durchforsten der Kosmetikverordnung

Die erste Lektüre, die man zur Hand nehmen sollte, ist die Kosmetikverordnung sowie das sogenannte Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch. Hierin ist klar definiert, was beim Inverkehrbringen von kosmetischen Produkten beachtet werden muss. Zu den Kosmetikprodukten zählen übrigens nicht nur Cremes, Shampoos, Duschgele usw., sondern auch Seifen, Badekugeln, Badepralinen, Massagebuttern usw.

Erprobte Rezepte sind die erste Grundvoraussetzung

Jeder, der seine eigenen Kosmetikprodukte verkaufen möchte, muss eine umfangreiche Erfahrung im Selbermachen der Seifen und anderen Kosmetika mitbringen. Es genügt nicht, ein oder zweimal eine hübsche Seife gesiedet zu haben. Ihr braucht auf jeden Fall einige Rezepte, die wirklich gut sind und von vielen verschiedenen Menschen verwendet und für gut befunden wurden.
Schließlich möchte man die Produkte nicht nur einmal verkaufen, sondern im Idealfall Stammkunden gewinnen, die immer wieder kommen und die Produkte auch gerne weiterempfehlen.

Daneben ist es wichtig, die Haltbarkeit der Seife oder des anderen Kosmetikprodukts zu kennen. Gegebenenfalls muss man nämlich ein Haltbarkeitsdatum auf der Verpackung der Produkte angeben. Dies bringt uns direkt zum nächsten Punkt:

Die richtige Verpackung der Produkte

Egal, ob Seifen oder anderes Kosmetikprodukt, es ist vorgeschrieben, dass diese mit einer Verpackung ausgestattet werden, auf der die Inhaltsstoffe sowie einige weitere Angaben gemacht werden.

Reicht der Platz auf der Verpackung nicht aus, kann man diese Angaben auf einer Beilage erfolgen. Oft sieht man dies bei Kosmetika in sehr kleinen Verpackungen wie beispielsweise Augencreme. Dort findet man in der Umverpackung oft einen Faltzettel, auf dem die Inhaltsstoffe vermerkt sind.

Die Inhaltsstoffe müssen auf jeden Fall deklariert werden, daran führ kein Weg vorbei. Es reicht dabei aber nicht, die Inhaltsstoffe in der Form „Kokosöl, Rapsöl, Olivenöl“ etc. aufzuführen. Stattdessen müssen die vollständigen und korrekten INCI-Bezeichnungen vermerkt sein.

Seit dem Jahr 1999 müssen die Inhaltsstoffe von Kosmetikprodukten nach der einheitlich geregelten INCI-Nomeklatur (International Nomenclature of Cosmetic Ingredients) angegeben werden. Hiernach wird auch geregelt, dass die Deklaration in absteigender Reihenfolge der Konzentration im Endprodukt erfolgen muss. Besteht ein Rezept beispielsweise aus 100g Sheabutter, 80g Kakaobutter und 30g Olivenöl, würde die Deklaration wie folgt aussehen:

  • Butyrospermum Parkii (Shea) Butter
  • Theobroma Cacao (Cocoa) Seed Butter
  • Olea Europaea (Olive) Fruit Oil

Alle Inhaltsstoffe, mit einem Anteil von weniger als 1% können in ungeordneter Reihenfolge am Ende der INCI-Liste genannt werden. Farbstoffe werden über ihre CI-Nummer ganz am Ende der Liste vermerkt.

Besonders wichtig bei der Deklaration ist die korrekte Angabe der sogenannten Allergene. Dies sind Stoffe, die als stark allergieauslösend gelten und in fast jedem Parfümöl sowie in ätherischen Ölen vorkommen. Hier muss man sich sämtliche Produktdatenblätter der Lieferanten aushändigen lassen und anhand dieser Angaben eine passende Deklaration vornehmen.

Das war aber noch nicht alles, denn auf der Verpackung des Kosmetikprodukts muss außerdem Folgendes angegeben sein:

  • Das Haltbarkeitsdatum
  • Eine Chargennummer
  • Namen und Anschrift des Inverkehrbringers
  • Das genaue Gewicht des Produkt
  • Ggf. Verwendungszweck und Warnhinweise

Der Verwendungszweck ist vor allem bei Produkten anzugeben, die vielleicht verwechselt werden könnten. Bei Badepralinen, Badeschokolade usw. sollte man also stets angeben, dass das Produkt nicht zum Verzehr geeignet ist.

Seife und Kosmetik herstellen: Die eigne Küche ist nicht der richtige Ort

Wer Seifen und andere Kosmetika nur hobbymäßig selber macht, kann natürlich die eigene Küche nutzen 😉 Sobald man jedoch einen gewerblichen Verkauf plant, kann die Herstellung dort nicht erfolgen.

Prinzipiell gelten bei der Herstellung die Anforderungen der guten Herstellungspraxis (GMP – Good Manufacturing Practice). Hierunter werden die Vorgaben bzw. Anforderungen an die Herstellumgebung, die Herstellung selbst sowie die Qualitätssicherung verstanden. So müssen die Herstellräume zum Beispiel leicht zu reinigen und desinfizieren sein. Zudem muss die Herstellung jeder Produkt-Charge sorgfältig dokumentiert werden. Dies dient der Nachvollziehbarkeit des Herstellprozesses, falls es später mal Beschwerden, Reklamationen oder Nachfragen geben sollte. Auch die Qualitätssicherung ist wichtig und obliegt einer sorgfältigen Dokumentation.

Die genauen Vorgaben bzw. Wünsche sind von Bundesland zu Bundesland und von Gemeinde zu Gemeinde anderes geregelt. Hier kommen wir zum nächsten Punkt:

Behörden und Ämter

Es ist erstaunlich, was man im Netz alles liest. Besonders unter den gewerblichen Seifensiedern hat sich herumgesprochen, dass man die Herstellräume mit einem sogenannten „GMP-Zertifikat“ absegnen lassen muss. Dem ist aber nicht so! Ich habe einige Jahre in der Produktentwicklung eines Kosmetikhersteller gearbeitet und kenne mich somit etwas in diesem Bereich aus. Daher kann ich euch versichern, dass ein GMP-Zertifikat keine Pflicht ist. Es ist vielmehr eine neue Methode, den Existenzgründern ihr Geld aus der Tasche zu ziehen. Die GMP Regelungen ist lediglich eine Empfehlung, nach der man seinen Produktionsprozess aufbauen und gestalten kann. Sie ist aber keine Vorgabe oder Bestimmung. Aus diesem Grund kann es auch kein GMP-Zertifikat geben. Mehr dazu findet ihr auch beim IKW.

Allerdings muss man sich bei den für die amtliche Überwachung zuständigen Behörden anmelden:

1. bei der zuständigen unteren Verwaltungsbehörde ( Landratsamt, ggf. Bürgermeisteramt)
2. bei dem zuständigen Chemischen- und Veterinäruntersuchungsamt
3. beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit um das
Giftinformationszentrum zu informieren. (Umstellung auf CPNP)

Dies erfordert mitunter viel Telefoniererei, bis man wirklich beim richtigen Ansprechpartner angelangt ist. Idealerweise macht man dies aber VOR der Einrichtung des Produktionsraums. Denn so kann man vorher mit der zuständigen Person absprechen, was überhaupt nötig ist. Da es keine einheitlichen Regelungen gibt, liegt das meist im Ermessen der Behörde. Erst nach diesem Gespräch würde ich damit beginnen, die Seifenküche bzw. die Herstellräume einzurichten. Im Anschluss daran kann dann die eigentliche Anmeldung erfolgen.

Nach der Anmeldung wird dann vermutlich bald der Herr oder die Dame der Behörde vor der Tür stehen, um die Räumlichkeiten zu begutachten.

Die richtige Dokumentation

Wie ich ja bereits erwähnt habe, muss man dem Produkt eine Chargennummer zuordnen. Jeder Produktionsansatz hat eine eigene Charge, die separat und wirklich korrekt dokumentiert werden muss. Damit die Arbeit hierbei nicht zu groß wird, sollten die Produktionsansätze daher immer möglichst groß ausfallen.

Ihr müsst dabei auch die Chargennummer der verwendeten Rohstoffe vermerken und genau dokumentieren, was ihr verwendet habt. Denn wenn später etwas mit dem Produkt nicht in Ordnung ist oder es gar Probleme oder Ärger gibt, könnt ihr so genau nachvollziehen, was bei der Produktion eventuell falsch gelaufen ist.

Und jetzt gehts ums Geld: die Sicherheitsbewertungen

Das Thema „Sicherheitsbewertungen“ schreckt die meisten Existenzgründer wohl noch eher ab, als der erforderliche Aufwand für Anmeldungen, Dokumentation etc. Denn Sicherheitsbewertungen kosten Geld.

Die Sicherheitsbewertung dient dazu, das Produkt zu überprüfen und dessen Sicherheit zu bestätigen. Damit eine solche Sicherheitsbewertung durchgeführt werden kann, muss man nicht nur Angaben zu den genauen Inhaltsstoffen des Produkts machen, sondern auch Produktdatenblätter vorlegen, die qualitativen und quantitativen INCIS angeben, Sicherheitsbewertungen der Parfümöle besorgen und manchmal sogar mikrobiologische Untersuchungen durchführen lassen.

Das alles macht natürlich sehr viel Arbeit. Daneben kostet eine Sicherheitsbewertung natürlich auch Geld, denn das jeweilige Labor muss das Kosmetikprodukt ja genau untersuchen und die Unterlagen prüfen. Das Gute ist aber, dass man eine gewisse Sicherheit hat und Hilfe von einer fachkundigen Person bekommt, die auf etwaige Fehler aufmerksam macht.

Hier habe ich euch einige kleine Labors aufgelistete, die sich vor allem auf Kleinhersteller spezialisiert haben und euch auch gerne Auskunft geben:

Was sonst noch wichtig ist

Es gibt jede Menge Dinge zu beachten, wenn man sich wirklich dafür entscheidet, seine selbst gemachten Seifen und Kosmetika verkaufen zu wollen. Am wichtigsten ist es, sich diesen Schritt ganz genau zu überlegen und sorgfältig zu planen. Denn es wäre schade und ärgerlich, wennman viel Zeit, Mühe und Geld investiert und aus dem Geschäft – aus welchen Gründen auch immer – dann doch nichts wird.

1. Bevor man damit beginnt eigene Produkte zu verkaufen, muss die Gewerbeanmeldung erfolgen. Dies ist immer erforderlich, auch wenn man vielleicht nur ein wenig nebenbei verdienen will. Immer, wenn eine Gewinnerzielungs-Absicht hinter dem Vorhaben steht, muss man dies über eine Gewerbeanmeldung dem Finanzamt mitteilen. Hier beginnt dann auch direkt die nächste Arbeit, denn man sollte sich auf jeden bezüglich Steuern, Kleinunternehmerregelungen, korrekter Rechnungsstellung etc. informieren.

2. Auch das Eichgesetz muss beachtet werden. Dazu wird eine geeichte Waage benötigt, die auch nicht gerade günstig ist.

3. Wer eigene Produkt herstellt, sollte auch über spezielle Versicherungen nachdenken. Die private Haftpflichtversicherung kommt dafür natürlich nicht infrage.

4. Produktpreise und Gewinne: Wenn man all die Kosten und den Aufwand bedenkt, muss man sich im Klaren sein, dass der Verkauf von handgemachten Seifen und anderen Kosmetikprodukten nicht reich macht. Denn neben dem Herstellaufwand steht auch die Zeit, die man für das Verpacken, Dokumentieren, Verkaufen, Bestellen (Rohstoffe) etc. benötigt. Nun sollte man überlegen wie und wo man seine Produkte überhaupt anbieten möchte und wie viel man wohl tatsächlich verkaufen kann. Ein Online Shop beispielsweise läuft nicht sofort an, Verkaufsplattformen wie Dawanda usw. haben jede Menge anderer Sieder, mit denen man in Konkurrent treten muss und Marktplätze kosten Geld. Lohnt es sich daher also tatsächlich, seine Produkte anzubieten und für ein Stück Seife beispielsweise 5 Euro zu bekommen? Das sin Überlegungen, die jeder für sich selbst treffen muss. Es ist nur wichtig, dies vorher wirklich genau zu überdenken.

Tipp: Fette, Öle, Wachse, Ätherische Öle etc. in großen Mengen bekommt man bei Dragonspice. Gewerliche Sieder profitieren hier auch von der Rabatt-Staffel und den Produktdatenblättern:

Dragonspice Naturwaren

Wichtige Information:

Dieser Bericht soll lediglich informieren und keine Beratung o.ä. darstellen. Mit den Ämtern, Laboren usw. muss sich jeder selbst auseinandersetzen. Ich übernehme somit keinerlei Haftung und garantiere auch keine Vollständigkeit und Aktualität der Angaben. Für weitere Informationen wendet euch daher bitte an die für euch zuständigen Ämter, an Sicherheitsbewerter oder auch an den IKW.

Jede Situation ist eine andere und auch die Regelungen weichen stark voneinander ab. Was in Berlin gängige Praxis ist, muss in einem Dörfchen bei Hamburg nicht auch so sein. Verlasst euch daher nicht zu 100% nur auf meine Aussagen, sondern werdet selbst aktiv und holt die nötigen Infos bei den Behörden eurer Gemeinde ein.

Nachtrag: Mich erreichen in unregelmäßigen Abständen Mails von zukünftigen Kosmetikverkäufern, die von mir beraten werden wollen. Da werden Fragen gestellt wie „Was kostet mich eine Sicherheitsbewertung“? „Wie wird meine Räumlichkeit geprüft und was kostet das“?, etc. Ich selbst verkaufe keine Seifen, ich weiß die genannten Dinge nur aufgrund meiner Praxiserfahrung in der Kosmetikherstellung. Ich möchte und kann hier weder zukünftige gewerbliche Verkäufer beraten noch Kostenvoranschläge für euch einholen. In diesem Artikel findet ihr die wichtigsten Infos grob zusammengefasst. Preisfragen usw. stellt doch bitte an eines der Labore, die ich ja oben bereits aufgelistet habe. Zur Selbstständigkeit gehört eben auch, sich um solche Dinge selbst kümmern zu können und sich nötige Informationen bei den entsprechenden Behörden eingenständig (oder sagen wir besser „selbstständig“) einzuholen  😉 Vielen Dank und viel Erfolg für alle, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen wollen!

Hier findet ihr übrigens ein Interview, das ich mit einer gewerblichen Seifensiederin geführt habe.

10 Kommentare zu Seifen und andere Kosmetikprodukte verkaufen

  1. Luis Duarte // 2013 um 5:26 pm // Antworten

    Link zur Kosmetikverordnung hat sich geändert: http://www.gesetze-im-internet.de/kosmetikv_2014/index.html

    Danke für die interessante Seite.

    Was ist eigentlich, wenn man das als „selbstgemacht“ z.B. bei Dawanda von Privat verkauft. Gelten dann die selben „Regeln“?

    Danke im Voraus und frohes Neues.

    Luis

    • Hallo Luis,
      vielen Dank für den aktuellen Link!
      Genaugenommen darfst du da gar nichts privat verkaufen, denn hinter einem solchen Verkauf steht ja eigentlich immer eine Gewinnerzielungsabsicht. Sobald du Gewinne machst, musst du deine Tätigkeit anmelden und bist somit ohnehin gewerblich tätig. Um die ganzen Regeln kommt man also leider nicht herum.
      LG Stefanie

  2. Toller Post, den werde ich allen zeigen, die nicht verstehen warum ich meine Seifen nicht verkaufe 🙂 Interessant finde ich die Aussagen von Verkäufern warum sie all das von Dir Beschriebene nicht brauchen. Zum Beispiel auf einem Weihnachtsbasar gelten diese Gesetze nicht oder sie verkaufe keine Seife, sondern Waschstücke. Tja, solange kein Kläger, da kein Richter. Was mich noch verunsichert ist, dass ich mal gelesen habe, dass man die Seife sogar nicht verschenken dürfte, denn das wäre ja auch in den Umlauf gebracht. Hast Du dazu vielleicht auch eine Aussage?
    Besten Dank
    Tina

    • Hallo Tina,

      also erstmal: was diese Verkäufer da behaupten, ist absoluter Blödsinn und nur eine faule Ausrede, weil sie eben keine Lust haben, sich an gesetzliche Bestimmungen zu halten. Aber so lange sie damit durchkommen…… Das Problem ist eben auch, dass diese ganzen Auflagen – sicher teilweise übertrieben und nervig – auch sinnvoll sind, um den Verbraucher zu schützen. Ich meine, es kann ja auch nicht angehen, dass einfach jeder kosmetische Produkte anbietet. Es hat eben nicht jeder das nötige Wissen, um wirklich gute und unbedenkliche Produkte herzustellen. Und man weiß ja auch nie, wie wirklich gearbeitet wird (Hygiene, etc.). Von daher sind Kontrollen, Sicherheitsbewertungen und Co. aus Verbrauchersicht absolut sinnvoll, so nervig das für die „kleine“ Seifenmanufaktur auch sein mag.

      Schwarze Schafe gibt es aber leider immer. Hier hilft wirklich nur, konsequent nachzufragen bevor man ein Stück Seife oder ein anderes Produkt auf einem Markt kauft. Denn auch auf Weihnachtsbasaren dürfen nicht einfach kosmetische Produkte verkauft werden, die eben nicht geprüft wurden. Wirklich frech, das zu behaupten. Aber Dreistigkeit siegt ja leider oft 😉 Es ist eben nur unfair gegenüber denjenigen, die den aufwendigen, kostspieligen und zeitraubenden Weg gehen, den das Gesetz nunmal vorsieht.

      Was das Verschenken von Seifen und anderen Produkten angeht: Ich wüsste nicht, was dagegen sprechen sollte, selbst gemachte Sachen privat an Freunde und Verwandte zu verschenken. Aber gehört habe ich davon auch schon….. Wenn du deine Produkte mit gutem Gewissen und viel Sorgfalt hergestellt hast, spricht sicher nichts dagegen, diese auch weiterzugeben. Vielleicht sollte man nur darauf verzichten, die Sachen im weiten Bekanntenkreis, etc. zu verteilen. Aber ich kann dir auch nicht genau sagen, wie die Rechtslage da ist…. Vielleicht kann ja jemand anderes weiterhelfen.
      LG Stefanie

  3. Danke Stefanie für Deine ausführliche Antwort. Nein, ich streue meine Seifen nicht sehr weit, denn nicht jeder weiß diese auch zu schätzen!
    Herzlichen Gruß
    Tina

  4. Kristin // 2013 um 8:53 pm // Antworten

    Hallo Stefanie, das ist mal ein interessanter und informativer Bericht. Eine Frage hab ich, die Du vielleicht auch beantworten kannst? Wie sieht es mit Workshops aus? Also Kurse in denen man das Seifesieden oder Kosmetikrühren lehrt. Unterliegen diese auch irgendwelchen Richtlinien? Abendlichen Gruss Kristin

    • Hallo Kristin,
      dazu kann ich leider nichts sagen, denke aber, dass dies sehr viel einfacher zu realisieren ist. Zumindest diese ganzen Sicherheitsbewertungen, Zetrifizierungen, etc. brauchst du dafür nicht. Vor allem ist eben wichtig, dass man sich wirklich auskennt, eine geeignete Räumlichkeit hat, ein Gewerbe anmeldet, etc. Mehr kann ich dir da jetzt leider auch nicht zu sagen. Ist aber eine schöne Idee 😉 LG Stefanie

  5. Steffi // 2013 um 3:45 pm // Antworten

    Vielen Dank für die ausführliche Aufklärung. Gelten die Richtlinien auch bei Tierkosmetik? Darüber konnte ich noch nichts finden oder ich hab irgendwas überlesen.Konnte im Internet auch nichts finden…..

    LG

    Steffi

  6. „Das Problem ist eben auch, dass diese ganzen Auflagen – sicher teilweise übertrieben und nervig – auch sinnvoll sind, um den Verbraucher zu schützen. Ich meine, es kann ja auch nicht angehen, dass einfach jeder kosmetische Produkte anbietet. Es hat eben nicht jeder das nötige Wissen, um wirklich gute und unbedenkliche Produkte herzustellen.“

    Da kann ich nur fragen: Was ist denn besser an den meist in Asien gefertigten Kosmetika? Wer überprüft hier die Inhaltsstoffe und die Produktion? Einige TV-Berichte über wirklich gefährliche Inhaltsstoffe gabs es ja schon dazu… Wir als Seifensieder, oder Kosmetikrührerinnen sollten nicht auch noch Beifall klatschen für diese Gesetze, die nur dazu dienen die Großkonzerne zu stützen und die Müllberge zu vergrößern!

    • Das sehe ich anders. Ich siede nicht für den Verkauf, bin daher von den ganzen Vorschriften und Gesetzen auch nicht betroffen. Aber ich finde die Auflagen sinnvoll, einfach des Schutzes der Verbaucher wegen. Außerdem, wenn es diese ganzen Auflagen nicht geben würde, gäbe es noch viel, viel mehr Menschen, die Ihre Seifen und andere Kosemtika verkaufen würden. Und es wirklich gut ist, wenn einfach jeder, der mal eine Seife gesiedet hat, diese auch nach Lust und Laune verkaufen darf?! Ich denke nicht! Und die Großkonzerne müssen sich genau so an Gesetze halten wie die kleinen Manufakturen. Dort wird sogar noch genauer hingesehen. Der Vergleich hinkt also. Die Gesetze sind der Sicherhheit wegen da und sicher nicht, um große Unternehmen zu unterstützen. Und wer das ganze Drumherum nicht akzeptieren kann oder will, der muss es eben lassen.
      Und: von welchen in Asien gefertigten Kosmetika sprechen Sie denn? Jeder deutsche Kosmetikhersteller fertigt seine Produkte in Deutschland, sicher nicht in Asien. „Normale“ Drogeriekosmetik aus Asien kenne ich zum Beispiel nicht……

2 Trackbacks & Pingbacks

  1. Seife selber machen und verkaufen | Naturseife und Kosmetik selber machen
  2. Seife selber machen - warum eigentlich | Naturseife und Kosmetik selber machen

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.




*