Seifenherstellung und die Gelphase

Wichtige chemische Reaktion bei der Verseifung

Wenn die Seifenmasse nach dem Anrühren in die Form gegossen wird, entwickelt sich nach einer gewissen Zeit eine Gelphase (hierfür ist Wärme nötig). Sie beginnt von der Mitte der Form und breitet sich über die übrigen Bereiche aus. Die Seifenmasse wird „glasig“ und teilweise wieder flüssig. Zudem wird die Masse extrem heiß. In der Gelphase verbinden Lauge und Fett sich miteinander.

Seifen, die keine Gelphase durchlaufen haben, werden meist nicht so schnell hart und auch der Verseifungsprozess geht nicht so schnell vonstatten. Somit muss die Reifezeit verlängert werden. Aus diesem Grund ist es meist sinnvoll, die Gelphase zu fördern. Dies erreicht man, indem der Seife nach dem Einformen viel Hitze zugefügt wird. In der Regel reicht es, die Seifenform dick in Handtücher einzuwickeln oder in Decken zu hüllen. Man kann die Form aber auch bei etwa 60°C für ein bis zwei Stunden in den Ofen stellen. Es gibt jedoch auch Seifen, die keine Gelphasen mögen.

Die Gelphase ist in den meisten Fällen erwünscht, da sie die Reifezeit der Seife verkürzt, sie ebenmäßiger und fester werden lässt. Seifen, die keine Gelphase durchlaufen haben, sind daher meist längere Zeit weich und können nicht sofort angeschnitten werden.

Gelphase Seifenherstellung

Die Seife wird von der Mitte ausgehend heiß und verflüssigt sich.

Um die Gelphase zu fördern, isolieren wir die Seifenform gründlich und geben der Seife somit viel zusätzliche Wärme von außen, die die Gelphase anschubsen soll. Die Gelphase wird aber nicht nur durch das warme Einpacken der Form gefördert, sondern auch durch die Seifenform selbst. Denn dickwandige Seifenformen wie beispielsweise Holzblockformen halten die Wärme und sind somit ebenfalls positiv für die Bildung einer Gelphase. Kontraproduktiv sind daher dünnwandige Formen sowie kleine Einzelförmchen. Hier ist es empfehlenswert, die Seifenformen nach dem Einfüllen der Seifenmasse für 1 bis 2 Stunden in den Backofen zu stellen. Heizen Sie den Ofen dafür auf etwa 50°C vor. Der Ofen darf nicht zu heiß sein, da die Seife ansonsten verbrennen könnte.

Wie kann man die Gelphase also fördern?

  1. Indem man dickwandige, große Seifenformen nutzt.
  2. Indem man die große Seifenform zusätzlich sorgfältig isoliert.
  3. Indem man kleine Seifenförmchen bei rund 50°C in den Backofen stellt.

In welchen Fällen wir keine Gelphase haben möchten

Auch wenn die Gelphase viele Vorteile hat, gibt es Fälle, in denen wir lieber darauf verzichten sollten. In erster Linie ist dies bei Milchseifen der Fall. Milchseifen sind Seifen, bei denen das Wasser zum Anrühren der Lauge durch Milch ersetzt wird. Es gibt aber auch Seifen, denen nur ein geringer Anteil eines Milchprodukts zugefügt wird. Immer, wenn eine Seife Milch oder Milchprodukte enthält, sollte die Gelphase möglichst vermieden werden. Denn wenn die Seifenmasse in der Form zu heiß wird, kann die Milch gegebenenfalls ausflocken und die Seife somit unbrauchbar werden lassen. Die Gelphase kann weitgehend vermieden werden, wenn man auf eine Isolierung verzichtet, dünnwandige Seifenformen oder Einzelförmchen verwendet und die Formen möglichst kühl aufstellt. Hierfür eignet sich ein kühler Keller oder eben der Balkon oder die Terrasse (sofern die Außentemperaturen dies zulassen).

Wenn auf die Gelphase verzichtet wird, sollte die Reifezeit der Seife um 2 Wochen verlängert werden!

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