Seife selber machen im Heißverfahren – OHP Seife

Oven Hot Process - Seife selber machen mit Hitze

In diesem Artikel geht es um die sogenannte Heißverseifung, einem speziellen Verfahren zum Seife selber machen, das eine schnelle Verwendbarkeit der Naturseife ermöglicht. Auch bei der Heißverseifung wird mit einer Lauge gearbeitet, genauso wie beim klassischen Kaltrührverfahren, das wohl die beliebteste Methode zum Seife selber machen ist.
Hinter dem Begriff OHP verbirgt sich die Beschreibung Oven Hot Process. Im Prinzip ist dieses Verfahren ähnlich dem des Kaltverfahrens. Der Unterschied besteht darin, dass man dem angerührten Seifenleim viel Wärme zuführt und somit das Wasser der Lauge schnell verdampft. Man kann also innerhalb weniger Stunden eine Seife selber machen, die sofort verwendet werden kann.

Seife selber machen im Heißverfahren, was ist zu beachten?

Der Nachteil des Verfahrens zum Seife selber machen ist, neben dem größeren Energieaufwand, die spätere Textur der Seife. Der Seifenleim ist außerdem aufgrund des nicht mehr vorhandenen Wassers nicht fließfähig und muss in die Seifenform gespachtelt werden. Dadurch sieht die spätere Seife nicht edel und fein aus, sondern eher rustikal. Feine Marmorierungen sind somit nicht möglich. Dennoch ist die Heißverseifung eine gute Möglichkeit, um schnell eine Seife selber zu machen.

Seife selber machen im Heißverfahren:

  1. Ein Seifenrezept aussuchen oder ein eigenes kreieren und den Wasseranteil nicht reduzieren. Geht also von der dreifachen Menge Wasser wie NaOH aus.
  2. Nun den Seifenleim herstellen, wie ihr es vom Kaltverfahren kennt. Das heißt: Lauge unter Beachtung der SicherheitsregOHP Heißverseifungeln herstellen und die Fette schmelzen. Man muss Fette und Lauge nur leicht abkühlen lassen. Die Lauge wird dann zu den Fetten in den Topf gegeben und die Masse wird zum Andicken gebracht.
  3. Deckt den Topf nun ab und stellt ihn so in den Backofen. Der Ofen sollte eine Temperatur von etwa 100°C haben.
  4. Kontrolliert zwischendurch immer wieder, ob die Seifenmasse nicht zu sehr hochgeht. Es kann sonst nämlich passieren, dass diese übergeht und sich im Backofen verteilt. Eine sehr unangenehme Situation, die mit viel Putzarbeit verbunden ist.
  5. Es ist in der Regel nicht nötig, die Masse umzurühren. Lasst den Topf einfach so lange im Ofen, bis die Seifenmasse glasig wird und ähnlich wie Vaseline aussieht.
  6. Ist dieser Zustand erreicht, kann der Topf aus dem Ofen geholt werden. Jetzt fehlt nur noch die gewünschte Beduftung und Färbung der Seifenmasse. Wenn ihr die Masse nun umrührt, werdet ihr schnell erkennen, dass die Textur sehr bröckelig und unfein ist. Diese kann man etwas verbessern, indem man einen Löffel Quark oder Mascarpone zum Seifenleim rührt.
  7. Jetzt muss der Seifenleim nur noch in die Form gefüllt werden. Ihr könnt die Form noch isolieren und dann 24 Stunden beiseitestellen. Anschließend ist die Seife sofort benutzbar: Eine schnelle Methode also, um Seife selber zu machen. Besser ist es aber auch hier, die Seife noch rund 2 Wochen liegen zu lassen. So wird sie nämlich noch etwas fester.

Seife selber machen im Heißverfahren – ein paar Tipps:

  • Wenn man ein Sauermilchprodukt vor der Einformung der Seifenmasse in den Seifenleim rührt, wird dieser etwas fließfähiger und ebenmäßiger. Zudem erhält man so einen zusätzlichen Pflegeeffekt.
  • Achtet unbedingt darauf, dass der Topf groß genug und nur zu maximal 2/3 gefüllt ist. So wird ein Übergehen der Seifenmasse im Backofen verhindert.
  • Wenn die Seife sofort verwendet werden soll, besteht die ideale Fettmenge aus etwa 70% festen Fetten wie Kokosöl, Palmöl, Sheabutter und Kakaobutter. Somit wird die Seife nicht zu weich.
  • Man kann testen, ob die Seife fertig ist, indem man einen kleinen Tropfen des Leims abnimmt und diesen mit der Zungenspitze berührt. Schmeckt es seifig, ist die Seife fertig. Brennt es auf der Zunge, ist die Seife noch nicht fertig. Bitte vorsichtig sein, denn der Seifeleim ist heiß!
  • Rührt einen Teelöffel Zucker in die Lauge. Dadurch bleibt der Seifenleim etwas weicher und fließfähiger und kann besser verarbeitet werden.

Seife selber machen? So geht’s:

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