Seife – was ist das eigentlich?

Naturseife Begriffserklärung

Seife
Petra Bork / pixelio.de

Täglich benutzen wir Seife wie selbstverständlich. Doch nicht jeder von uns kann die Frage beantworten, was genau Seife eigentlich ist. Klar, Seife ist ein Produkt, das wir zum Reinigen benutzen. Viele wissen vielleicht auch, dass Seife aus Lauge und Öl besteht, vor allem natürlich diejenigen, die ihre Seifen selber herstellen. Doch kaum jemand weiß, dass Menschen Seife bereits seit mehreren tausenden Jahren nutzen – ursprünglich als Heilmittel, später als Reinigungssubstanz. Und genauso wenige wissen, warum Seife schäumt und wieso sie reinigt. Wer sich also schon immer gefragt hat, wieso die selbst gemachte (oder die gekaufte) Seife reinigt und was genau man eigentlich unter einer Seife versteht, der sollte jetzt aufmerksam weiterlesen:

Seife, was genau ist das denn nun eigentlich?

Als Seifen werden sowohl feste als auch halbfeste Gemische aus Natrium- bzw. Kaliumsalzen von höheren Fettsäuren bezeichnet – zumindest heute. Die ersten Seifenrezepte, die geschichtlich bis in das 3. Jahrtausend v. Chr. zurückreichen bestanden aus einem Pflanzenasche- und Ölgemisch. Seife wird üblicherweise in zwei Hauptgruppen eingeteilt, in harte und weiche Seifen. Harte oder auch Natronseife sind meist Kernseifen, hin und wieder auch Leimseifen. Sie bestehen in der Regel aus den Natriumsalzen von Fettsäuren. Zu den weichen Seifen, auch Schmierseifen genannt, zählen die meisten Leimseifen. Sie bestehen nicht aus Natriumsalzen, sondern in der Regel aus Kaliumsalzen höherer Fettsäuren.

Da es sich bei Seifen immer um Gemische handelt, gibt es keine allgemeine chemische Formel für Seifen. Die üblichen Bestandteile aller festen Seifen sind jedoch Natriumstearat (C17H35COONa), Natriumoleat (C15H33COONa) und Natriumpalmitat (C15H31COONa) und aller weichen Seifen die entsprechenden Kaliumverbindungen.

Und wieso reinigt Seife?

Seife
Petra Bork / pixelio.de

Das Besondere an Seife und der Grund für ihre reinigende Wirkung ist ihre Eigenschaft, die Oberflächenspannung des Wassers herabzusetzen. Denn Seife besitzt eine viel geringere Oberflächenspannung als reines Wasser. Aus diesem Grund besitzt Seife auch ein größeres Benetzungsvermögen als andere Stoffe. Verschmutzungen können von der Seife daher gut angegriffen, gelöst und fortgespült werden. Dies macht der Seifenschaum. Er entsteht durch die geringere Oberflächenspannung und die sich lösenden Stoffe in der Seife. Diese schieben sich an der Oberfläche zwischen Luft und Wasser und erzeugen viele kleine Luftblasen, die als Schaum sichtbar werden. Dieser Schaum legt sich um die Verschmutzungen und transportiert diese fort. Auch Fette und Öle werden so von Seife gelöst. Denn diese Stoffe werden durch Seifen emulgiert und lassen sich dadurch anschließend ebenfalls sehr leicht abspülen. Dieses Reinigungsprinzip der Seife machte die Seife schon bei ihrer Entdeckungen vor tausend Jahren unentbehrlich. An dem Prinzip und ihrer Unentbehrlichkeit hat sich bis heute nichts geändert.

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