Verseifen mit KOH: Schmierseifen und Mischverseifung

KOH für gut schäumende Naturseifen

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Verseifen mit KOH

Den meisten Siedern ist vor allem die Verseifung mit Hilfe von NaOH bekannt. Mit NaOH und Wasser entsteht Natronlauge. Damit lassen sich feste Seifen herstellen. Doch auch das Verseifen mit KOH ist eine Möglichkeit, natürliche Seifen herszustellen. Denn mit Kalilauge (KOH und Wasser) lassen sich natürliche Schmierseifen sieden und es wird auch bei der sogenannten Mischverseifung genutzt.

Verseifen mit KOH

Vor einigen Hundert Jahren wurde in Nordeuropa ausschließlich Schmierseife hergestellt, wofür man häufig altes Fischöl und Waltran verwendete, die in den bekannten Hafenstädten in großen Mengen anfielen. Aber was ist überhaupt eine Schmierseife?
Zur Herstellung von Seife wird Lauge benötigt, die entweder Natrium (bzw. Natron) oder Kalium enthält. Während eine Natronlauge aufgrund ihrer chemischen Reaktion mit den Fetten und Ölen eine feste Seife hervorbringt, ist dies mit einer Kaliumlauge nicht möglich, die Seife bleibt „schmierig“, sie sieht gelartig aus.

Diese alkalischen Laugen zur Seifenherstellung wurden aus Pflanzenasche gewonnen, die man in Nordeuropa hauptsächlich aus den dichten Wäldern durch Verbrennen im heimischen Ofen gewann. Die durch Auslaugung mit Wasser gewonnene Lauge ermöglichte nun lediglich die Herstellung einer pastösen Schmierseife. Im Süden gab es hingegen bestimmte Salzpflanzen, die durch ihren Standort am Meer einen hohen Natriumgehalt hatten, sodass die Gewinnung einer Natronlauge und damit die Herstellung fester Seifenstücke möglich war. Diese waren natürlich in ganz Europa unter anderem wegen ihres Gehalts an duftendem Lavendelöl bald sehr beliebt. Um von diesen teuren Seifen unabhängiger zu werden, begann man die Schmierseife auszusalzen. Hierdurch entstanden Kernseifen.

Kernseife wird wie Schmierseife heute wie damals hauptsächlich zum Putzen verwendet. Möchte man eine solche Seife selber machen, kann man heute industriell produzierte Kalilauge kaufen und einfach anstelle von Natronlauge verwenden. Hierbei ist jedoch die spezielle Verseifungszahl zu beachten, die nicht der von Natronlauge entspricht. Anschließend kann man die Schmierseife in ein Gefäß füllen und verwenden.

Verseifen mit KOH – Die Mischverseifung

Wie ich bereits erwähnt habe, kann man mit KOH sogenannte Schmierseifen herstellen. Bei der Mischverseifung hingegen verwendet man eine Mischung von NaOH und KOH. Diese soll den Effekt haben, dass die Seifen viel besser schäumen. Erwünscht ist dies besonders bei Rasierseifen sowie bei Salzseifen, die leider so gut wie gar keinen Schaum entwickeln.

Eine Seife mittels Mischverseifung herzustellen ist nicht schwieriger als die Herstellung mit einer einzelnen Lauge. Es muss nur ein Rechenschritt mehr bewältigt werden.

Möchte man die Seife mit NaOH und KOH gemeinsam herstellen, muss die Berechnung folgendermaßen durchgeführt werden:

  1. Den gewünschten Überfettungs-Grad wählen
  2. Die benötigte NaOH- sowie die benötigte Menge KOH errechnen, die für diesen Überfettungs-Grad benötigt wird
  3. Das Verhältnis KOH/NaOH bestimmen
  4. NaOH und KOH auf das gewünschte Mischungsverhältnis umrechnen

Beispielrechnung

Wir haben ein Seifenrezept ausgewählt oder entwickelt, für das wir bei einer Überfettung von 10% 130 g NaOH benötigen würden, um eine feste Seife herzustellen. Für das gleiche Rezept würden wir 180 g KOH benötigen, um eine Schmierseife zu sieden.

Jetzt möchten wir jedoch eine gut schäumende Rasier- oder Soleseife herstellen und benötigen dafür sowohl NaOH als auch KOH. Das Verhältnis soll 50:50 betragen. Die Berechnung würde jetzt so aussehen:

50 % NaOH: (50/100)*130 g NaOH = 65 g NaOH
50 % KOH = (50/100)*180 g KOH= 90 g KOH

Natürlich kann das Mischungsverhältnis auch anders aussehen. Man möchte beispielsweise 20% KOH einsetzen und 80% NaOH verwenden. Dann würde die Rechnung folgendermaßen lauten:

80% NaOH: (80/100)*130 g NaOH = 104 g NaOH
20% KOH = (20/100)*180 g KOH= 36 g KOH

Nachdem die Menge NaOH und KOH berechnet wurden, gibt es zwei Möglichkeiten, die Seife herzustellen:

  1. Die beiden Laugen separat anrühren und nacheinander zum Fett geben
  2. NaOH- und KOH-Plättchen vermischen, zusammen zum Wasser geben und eine Lauge herstellen

Tipp: Wem diese Rechnerei zu kompliziert oder zu zeitaufwendig ist, der kann sich einfach den Naturseife-und-Kosmetik Seifenrechner runterladen. Denn mit diesem Seifenrechner kann man nicht nur die passende NaOH- und KOH-Menge mit der gewünschten Überfettung berechnen, sondern auch direkt die Mischung beider Komponenten bestimmen.

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