Hydrolate in selbst gemachter Kosmetik

Hydrolate kaufen und Hydrolate selber machen

Hydrolate in selbst gemachter Kosmetik
Gewinnung eines Hydrolates

Hydrolate sind zwar nicht so bekannt wie die intensiv duftenden ätherischen Öle, haben jedoch einiges Potenzial zu bieten und ihren festen Platz in der Kosmetik, der medizinischen Heilkunde und der Aromatherapie. Solltest du ätherische Öle nicht gut vertragen oder dir der Duft zu intensiv sein, kann ein Hydrolat eine gute Alternative für dich darstellen.

Was sind Hydrolate?

Hydrolate entstehen bei der Dampf-Destillation bei der Herstellung von ätherischen Ölen. Sie entstehen als Kondensat bei der Abkühlung des Destillationsdampfes. Sie enthalten kein bzw. nur einen sehr geringen Anteil ätherischer Öle.

Hydrolate haben eine komplett andere Zusammensetzung und Konsistenz als ätherische Öle. Das sogenannte Pflanzen- oder Blütenwasser weist in der Regel einen ätherischen Ölgehalt bei unter einem Prozent auf. Zudem kommen noch Alkaloide und Säuren vor. Sie wirken also deutlich milder als ein vergleichbares ätherisches Öl und enthalten Mikronährstoffe der verwendeten Pflanzen, die von der Haut aufgenommen werden.

Die Bestandteile sind wasserlöslich und werden daher von unserem Körper, der auch zu einem Großteil aus Wasser besteht sehr gut aufgenommen und umgesetzt.

Ein Nachteil von Hydrolaten ist die geringe Haltbarkeit

Ein Wertmutstropfen der Hydrolate ist die begrenzte Haltbarkeit, denn durch den sehr geringen Anteil von ätherischen Ölen verkeimen Hydrolate bereits nach kurzer Zeit. Um dies zu verhindern wird den allermeisten Hydrolaten Alkohol hinzugefügt, was die Haltbarkeit eines Hydrolats von wenigen Wochen auf bis zu 16 Monate verlängert. Dies bringt aber auch den Nachteil mit sich, dass der enthaltene Alkohol bei Personen mit empfindlicher Haut zu Trockenheit, Hauirritationen und -reizungen führen kann.

Wirkung und Verwendung in der Kosmetik

Ein hochwertiges Hydrolat ist in der Wirkung dem entsprechenden Ausgangsprodukt sehr ähnlich. Hydrolate besitzen den Duft und die aktiven Elemente inklusiver kleiner Mengen ätherischer Öle. Sie wirken weniger konzentriert und sind in ihrem Duft dezenter und feiner, was gerade für Personen, welchen die klassischen ätherischen Öle zu intensiv riechen oder die Öle nicht gut vertragen eine gute Option für ein Produkt mit ähnlicher Wirkung darstellt.

Hydrolate werden häufig als Erfrischungsspray oder Tonic, zur Aromatherapie oder als Badezusatz verwendet. Auch im naturmedizinischen Bereich finden sie ihren Einsatz und erzielen richtig angewendet gute Wirkungen.

Die generelle Wirkung von Hydrolaten ist stark vom verwendeten Ausgangsmaterial abhängig. Die Anwendung und die Wahl des Hydrolates sollte auf deinen Hauttyp abgestimmt sein. Überlege beim Hydrolat selbst herstellen vorab, welchen Nutzen du dir von dem Hydrolat versprichst und welche Pflanze die entsprechenden Vorteile mitbringt.

So liefert beispielsweise Orangenblüte als Hydrolat gute Ergebnisse für fettige Haut und zur allgemeinen Besserung des Hautbilds; Rosenwasser hat eine beruhigende Wirkung bei sensibler Haut; Lavendelhydrolat wirkt erfrischend und schenkt ein frisches und strahlendes Hautbild. Du kannst dich am jeweiligen ätherischen Öl orientieren und so erfahren, welche Wirkung das dazugehörige Hydrolat auf deine Haut hat. Eine genaue Beschreibung aller in der Kosmetik relevanten ätherischen Öle findest du hier: ätherische Öle Überblick sowie in diesem Artikel: Welches ätherische Öl für welchen Hauttyp?

Was solltest du beachten, wenn du Hydrolate in selbst gemachten Produkten verwenden willst?

Sofern du ein qualitativ hochwertiges Ausgangsprodukt verwendest und eine Destillation unter sterilen Bedingungen durchführst, sind selbst gemachte Hydrolate mit den gekauften Produkten durchaus vergleichbar.

Bei der Herstellung eines Hydrolats sind sterile und keimfreie Bedingungen ein absolutes Muss, ansonsten wirst du nur sehr kurz Freude an deinem Blütenwasser haben.  Ein verunreinigendes Hydrolat verunreinigt auch die Kosmetik in welche du es untermischst. Achte also darauf, vor der Verarbeitung alle zu verwendenden Teile zu sterilisieren.

Wie bei den meisten selbstgemachten Produkten ist auch beim Hydrolat selber machen das Endprodukt besser, wenn du ein hochwertiges Ausgangsprodukt verwendest, in diesem Fall nur einwandfreie Blüten- und Pflanzenteile.

Worauf sollte man beim Kauf eines Hydrolats achten?

Nicht aus allen Pflanzen und Blüten können Hydrolate gewonnen werden. Öle welche mit Hexan extrahiert werden wie beispielsweise Jasmin sind für die Hydrolatgewinnung nicht geeignet. Die im Handel angebotenen Duftwässerchen enthalten daher oftmals synthetische Duftstoffe.

Wenn du dir beim Kauf sicher sein möchtest, ein Hydrolat und kein mit Duftstoffen versetztes Blütenwasser zu kaufen, achte auf die Etikettierung und die angegeben Inhaltsstoffe. Besonders günstige oder auffallend künstlich oder intensiv riechende Hydrolate sind zwar verführerisch, schlussendlich weisen sie aber nicht die Wirkung eines echten Hydrolats auf.

Aufgrund der begrenzten Haltbarkeit solltest du vor dem Kauf auch immer einen Blick auf das Haltbarkeitsdatum werfen.

Wie ist ein Hydrolat zu lagern?

Die beste Lagerung für ein Hydrolat ist die Aufbewahrung in einer dunklen Braunglasflasche an einem kühlen Ort. Die ideale Lagerung eines Hydrolats stellen Temperaturen in einem Bereich um die 10 °C dar. Hohe Temperaturen oder starke Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsschwankungen vertragen Hydrolate nicht besonders gut, die Aufbewahrung im Badezimmer bietet sich also nicht an. Ein häufiger Tipp ist die Lagerung im Kühlschrank, wobei die hier vorherrschende Temperatur von ca. 6 °C auf Dauer auch zu Lasten der Wirkung gehen kann.

Ein absolutes No-Go für Hydrolate sind Sonne, Wärme und Keime. Um eine Verkeimung zu vermeiden öffne dein Hydrolat nicht unnötig und achte darauf, die Flasche beim Riechen nicht mit der Nase zu berühren. Sprühflaschen sind für Hydrolate ideal, da hier das Risiko des Eindringens von Keimen minimiert wird. Stelle dein Hydrolat nach der Benutzung stets zurück und lass es nicht auf dem Fensterbrett oder in einem stark beheizten Raum stehen.

Kann man Hydrolate auch selber machen?

Der größte Vorteil von einem selbst gemachten Hydrolat ist, das einfache Gewinnungsverfahren und die große Auswahl an geeigneten Ausgangsprodukten. Auch Heilpflanzen oder Pflanzen aus dem eigenen Garten können wunderbar destilliert werden.

Das gewonnene Hydrolat lässt sich für kosmetische Zwecke oder in der anthroposophischen Medizin verwenden. Heilkräuterdestillate sind beliebt und im Hausgebrauch vielfältig verwendbar.

Für die korrekte Herstellung eines Hydrolats ist eine Destille die Voraussetzung. Die allerwenigsten werden jedoch eine Destille besitzen, da diese zum einen teuer sind und sich für den Hausgebrauch nur sehr selten lohnen. Wer doch Interesse hat: hier findest du Produkte unseres Werbepartners Amazon**:

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Aber auch ohne Destille kannst du dein Hydrolat selber machen. Eine Alternative bietet die Herstellung mit dem Espressokocher oder die Dampfsterilisation mit einem Kochtopf. Achte sorgfältig darauf, deine verwendeten Gefäße und Flaschen vor der Destillation gut zu desinfizieren.

Destillation mit einem Kochtopf:

Du benötigst:

  • Das zu destilliere Ausgangsprodukt (Beispielsweise Lavendel oder Kamille).
  • Einen Topf mit Deckel.
  • Eine Tasse oder Schüssel.
  • Ein Sieb der in den Topf passt und Abstand zum Topfboden lässt (Falls nicht kannst du mit einer darunter gestellten kleinen Tasse nachhelfen). Ideal ist ein Dampfkocheinsatz.

Anleitung:

  • Wasser in den Topf füllen und das Sieb einsetzen.
  • Deine Tasse oder Schüssel in das Sieb stellen. Achte darauf, dass sie den Topf nicht überragt.
  • Lege die Pflanzenteile in das Sieb um deine Tasse oder Schüssel. Die Pflanzen sollen nicht mit Wasser in Kontakt kommen.
  • Den Topfdeckel verkehrtherum gut schließend auf den Topf legen.
  • Den Herd auf mittlerer Hitze einschalten.
  • Das kondensierende Wasser läuft am inneren des Topfdeckels in die Tasse ober Schüssel.
  • Das entstehende Hydrolat gut verschlossen in Flaschen aufbewahren. Es ist einige Wochen haltbar.

Die Destillation im Espressokocher:

Du benötigst:

  • Einen Espressokocher
  • Pflanzenmaterial

Anleitung:

  • Gib die Pflanzen in den Teil der Espressokanne, in die normalerweise das Espressopulver kommt. Schneide die Pflanzen möglichst klein.
  • Schraube die Kanne zu.
  • Der untere Teil der Espressokanne wird mit Wasser gefüllt.
  • Erhitze die Kanne auf dem Herd.
  • Der abgekühlte Dampf (das Hydrolat) sammelt sich im oberen Behältnis.
  • Wiederholte den Vorgang, bis du die gewünschte Menge erreicht hast.

Die Ergebnisse dieser Herstellungsformen für den Hausgebrauch können sich sehen lassen und kommen je nach Ausgangsprodukt richtigen Destillaten sehr nahe.

Ich wünsche dir viel Freude mit deinem selbst gemachten Hydrolat und freue mich, wenn du mich an deinen Ergebnissen teilhaben lässt und mir mitteilst, wie dir deine Ergebnisse gelungen sind.

Letzte Aktualisierung am 16.11.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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